Die wunderbare Entstehungsgeschichte des Bacillus Belcante

Was in Gugging als spontanes Projekt für die Weihnachtsfeier der Neurologie begonnen hat, entwickelte sich zu einem eigenen Chor des Landesklinikums Donauregion Tulln mit dem klingenden Namen „Bacillus belcante“ .

Als vor fast zwei Jahren ein auflockernder Programmpunkt für die letzte „Gugginger“ Weihnachtsfeier der Neurologischen Abteilung gesucht wurde, fand sich über Umwegen eine kleine Gruppe musikbegeisterter Kollegen aus den verschiedensten Tätigkeitsbereichen zusammen.
Mit viel Enthusiasmus trafen wir uns wöchentlich zum gemeinsamen Singen.
Dies sah so aus, dass wir im Damenterzett anfingen, uns dreistimmige Sätze mit Klavierbegleitung bekannter Weihnachtslieder einzustudieren. Eine ungeheure Motivation waren jedoch neben der schönen Musik auch die unzähligen Chips-, und Solettipackerl, die während unserer Probe regelmäßig vernichtet wurden.
Unsere Darbietung fand großen Anklang! Alle Anwesenden – und natürlich wir selbst – waren begeistert.
Daraufhin stand für uns fest: Wir müssen weitermachen.
Ein halbes Jahr später hatten wir bereits ein Engagement für eine Hochzeitsmesse und im September 2007 sagten wir Gugging „Good Bye“. Auf der Station Neurologie A fand ein Abschiedsfest statt, wo wir musikalisch – diesmal mit Gitarrenbegleitung – auftraten. Schweren Herzens trennten wir uns von dem alten Gebäude mit den vielen schönen Erinnerungen....

In Tulln angekommen machten wir uns mit dem neuen Haus, vielen Änderungen, Stationen und Personen langsam vertraut. Als das nächste Weihnachtsfest näher rückte dachten wir, dass es Zeit wäre, wieder etwas musikalisch-schokoladiges auf die Beine zu stellen. Mit Hilfe unserer damaligen Qualitätsmangerin Gaby stellten wir eine Liste möglicher SängerInnen zusammen, nahm Kontakt mit ihnen auf und lud sie zur ersten Chorprobe ein. Wir waren insgesamt 15 Personen aus den Bereichen der Pflege, Logopädie, Physiotherapie, Musiktherapie, Qualitätsmanagement, Lehrpersonal, und (worauf wir sehr stolz sind) der Medizin. 

Was nützt es, wenn man zwar singen kann, jedoch nicht dirigieren, Lieder einstudieren, mit dem Klavier begleiten, Noten/Sätze schreiben, uns dazu motivieren, das Beste aus uns herauszuholen ?
Das alles und noch viel mehr schafft unsere beste, liebenswerteste, humorvollste, aber strengste Chorleiterin – Ilona Maria Trapl.
Als Profi macht sie es uns leicht, die Lieder so rüberzubringen, daß nicht nur wir Spaß daran haben, sondern daß dies auch das Publikum spürt. Um uns Lieder näher zu bringen und die Interpretation der Stücke zu vermitteln, bringt sie dann Ausdrücke wie z. B. „das muß geschmiert werden wie ein Nutella Brot“ oder „Männer, singt das bitte mal wie im Biertrinkerverein!“, nicht zu vergessen „die Gabel“ (wenn es darum geht, nicht auf die Dynamik zu vergessen). Auf diesem Wege möchte ich mich für dein Engagement bedanken, daß du es nicht nur verstehst, uns zu motiveren, sondern uns auch mit schwierigen, aber schönen Musikstücken forderst.

Der erste öffentliche Auftritt, den wir als „Bacillus belcante“ absolvierten, war die Weihnachtsfeier 2007.
Wir hatten es nun endlich geschafft, daß wir 4-stimmig singen konnten, obwohl es etwas Überredungskunst benötigte, geeignete und willige Sänger zu finden.
Ab nun waren wir kein Damenensemble mehr, sondern ein richtig kleiner Chor!
Das Programm war bunt gemischt von „Maria durch ein Dornwald ging“, (mit einem eigens komponierten Satz unserer Chef-Bazille) dem „Andachtsjodler“ bis „Mary’s boy child“ und „Adeste fideles“.

Das nächste Chorprojekt stellte die offizielle Eröffnung des Landesklinikums Donauregion Tulln am 1. März 2008 durch LH Erwin Pröll dar. Wir waren neben einem Bläserensemble für den musikalischen Teil der Veranstaltung zuständig. Wir gaben unter anderem „An Irish blessing“ (ein irisches Segenslied) , „Shalom aleichem“ (ein jüdisches Friedenslied) und „I’m on my way“ (Traditional) zum besten.

Und schon wurden wir wieder engagiert! Diesmal stand die Einweihung der Spitals-Kapelle an!
Unser Programm war buntgemischt: klassisch-elegant mit Teilen aus der Schubertmesse, über flockig-modern und gospelig. Besonders das „Spirit of God“, das „Salvator mundi“, sowie „God will make a way“ kamen voll Begeisterung beim Publikum an. Als Höhepunkt der Messe sangen wir nach dem feierlichen Schlußsegen „Großer Gott, wir loben Dich“, mit Zwischenchor, und einem bombastischen Überchor zum Volksgesang in der 5. Strophe, den unsere Chef-Bazille extra für diese Feier komponierte.

Unser regelmäßiger Fixpunkt im Jahr ist die traditionelle Weihnachtsfeier des Landesklinikums Donauregion Tulln geworden, und so wurde unser Chor schon mit Spannung bei der Weihnachtsfeier 2008 erwartet, die diesmal im großen Speisesaal des Krankenhauses stattfand. Auch hier zwitscherten wir ein buntgemischtes Programm aus nationalen und internationalen Weihnachtsliedern.

Wie es in einem Lieblings-Lied des Bacillus so schön heißt: „I’m on my way and I won’t turn back!“ sehen wir dies als Symbol für unseren Chor. Wir wünschen uns, daß wir lange Spaß am Musizieren haben und sind stolz, daß unser Singen als eine Form der Kommunikation zwischen den einzelnen Berufsgruppen im Landesklinikum Donauregion Tulln dient.

Anneliese Wagner mit dem Senf von Ilona M. Trapl